Was macht man eigentlich in der Musiktherapie? 

Hört man da einfach Musik? Oder spielt und singt man bestimmte Lieder?

Die Methode variiert natürlich von Therapeutin zu Therapeutin – dennoch lassen sich zwei grundlegende Richtungen unterscheiden: aktive und rezeptive Musiktherapie.

Aktive Musiktherapie

bunte Gitarre mit Mustern. Symbol für aktive Methode der Musiktherapie

In der aktiven Musiktherapie gestalten die Patient*innen selbst Klänge – oft ganz frei und ohne Noten. 
Dafür sind keinerlei musikalische Vorkenntnisse nötig! (Wie das funktioniert, erkläre ich gerne in einem anderen Beitrag.) 
Man kann auch singen oder eigene Liedtexte schreiben. 
Ziele sind zum Beispiel: 
– Ausdruck von Gefühlen 
– Aktivierung 
– nonverbale Kommunikation 
– Stärkung des Selbstvertrauens.

Welche Methoden im Vordergrund stehen, hängt immer von den individuellen Bedürfnissen der Patient*innen ab.

Rezeptive Musiktherapie

Frau lächelt während sie musik hört. Symbpl für rezeptive methode der Musiktherapie

Das ist quasi der Gegenpol zur aktiven Musiktherapie – aber auf keinen Fall eine passive Methode! Hier hören die Patient*innen „aktiv“ Musik – achtsam und mit Aufmerksamkeit. 
Ziel kann z. B. sein, 
– in die Entspannung zu finden 
– Körperempfindungen wahrzunehmen 
– Emotionen zu spüren 
– innere Bilder entstehen zu lassen.

Diese Form eignet sich besonders gut, wenn man sich (noch) nicht traut, selbst ein Instrument zu spielen, oder das Musikhören bewusst trainieren möchte.

Was beide Methoden verbindet

Ob aktiv oder rezeptiv: In beiden Ansätzen stehen die körperliche und emotionale Wahrnehmung im Mittelpunkt – sowie die Neugier, was Musik in einem auslösen kann.

Unterschiedliche Einsatzbereiche

Musiktherapie wird in sehr verschiedenen Bereichen eingesetzt – und je nach Kontext sind auch Methodik und Haltung unterschiedlich.

  • In der Psychiatrie gestalten viele Patient*innen aktiv mit.
  • In der Neurologie, z. B. bei Menschen im Wachkoma, spielt hingegen oft die Therapeutin für die Patientinnen.
  • Auch innerhalb der Psychiatrie gibt es große Unterschiede: Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senior*innen bringt jeweils eigene Anforderungen mit sich.
  • Andere Einsatzbereiche sind z.B. Onkologie/ Palliativ Care, Geriatrie, Schmerz/ Tinnitus, Forensik, Neonatologie, Menschen mit geistigen Behinderungen, Autismus.

Und schließlich…

Jeder TherapeutIn arbeitet auf individuelle Weise – nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders.
Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, ob die Chemie zwischen Ihnen und der TherapeutIn stimmt. 

Mehr lesen: Musiktherapie als psychotherapeutische Methode

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